Home | Contact  PL | EN | DE | ES | FR | IT | UA | RU | CN
Facebook YouTube Twitter Profeo

Deutschland - Polen - Europa

Referenten

Prof. Władysław Bartoszewski

Geboren am 19. Februar 1922 in Warschau. Historiker, Publizist und Politiker. Initiator und Urheber der deutsch-polnischen Aussöhnung, dem polnisch-jüdischen Dialog verpflichtet.

Seit September 1940 Häftling im Konzentrationslager Auschwitz, aus dem er am 8. April 1941 durch Interventionen des Polnischen Roten Kreuzes (für das er vor der Inhaftierung gearbeitet hatte) beim Internationalen Roten Kreuz in Genf.

Unter der Besatzung studierte er Polonistik an der geheimen Warschauer Universität, arbeitete für die Front Odrodzenia Polski, einer katholischen Untergrunderziehungsorganisation, und in der Armia Krajowa (AK), war Mitbegründer des Rates für die Unterstützung der Juden „Żegota”. Seit November 1942 Arbeiter für die Regierungsdelegation des Landes – eine Untergrundorganisation der Verwaltung im besetzten Polen auf Initiative der Exilregierung in London. Als Soldat der AK nahm er am Warschauer Aufstand teil.

Nach dem Krieg begann er als Journalist für die „Gazeta Ludowa” (einer Tageszeitung der oppositionellen PSL (Polnischen Volkspartei), die gegen die kommunistischen Machthaber gerichtet war) zu arbeiten, Mitarbeit bei der Hauptkommission zur Untersuchung von NS-Verbrechen in Polen. Verurteilt wegen Spionageverdachts, insgesamt für sechs Jahre von den kommunistischen Machthabern inhaftiert, 1955 wurde er als zu Unrecht verurteilt anerkannt und rehabilitiert. Er nahm das Studium der Polonistik an der Universität Warschau wieder auf, trotz ordnungsgemäß eingereichter Magisterarbeit wurde er aus dem Studentenverzeichnis gestrichen. Seit 1957 arbeitete er mit Tygodnik Powszechny (Allgemeine Wochenzeitung) in Krakau zusammen. 1965 besuchte er zum ersten Mal die Bundesrepublik Deutschland.

In den 70er und 80er Jahren war er Generalsekretär des polnischen PEN-Clubs und hielt Gastvorträge zu Neuester Geschichte an der Katholischen Universität Lublin.

In den 70er Jahren wurde er wegen aktiver Oppositionsarbeit und  zahlreichen Kontakten ins westliche Ausland (darunter Zusammenarbeit mit Radio Freies Europa) mit einem Druckverbot in Polen belegt (bis Herbst 1974).

In den 80er Jahren aktiv für "Solidarność”, Teilnehmer des Papstbesuches von Johannes Paul II. in Deutschland. Am 15. Dezember 1981, zwei Tage nach Verhängung des Kriegsrechts, wurde er interniert, im April 1982 freigelassen. Stipendiat des Wissenschaftskollegs zu Berlin, Vortragstätigkeit an den Universitäten München, Eichstätt und Augsburg. 1983 erhielt er von der Bayerischen Regierung den Professorentitel.

Von 1990-1995 war er auf Ernennung von Lech Wałęsa Botschafter in Wien. 1995 war er Außenminister in der Regierung von Józef Oleksy. Aus Anlaß des 50. Jahrestages des Endes des 2. Weltkrieges hielt er am 28. April 1995 eine Rede im Deutschen Bundestag, die ihm sehr viel Anerkennung brachte. Von 1997-2001 war er Senator und in der Regierung von Jerzy Buzek von Juni 2000 bis September 2001 erneut Außenminister. Seit dem 21. November 2007 ist er Staatssekretär und außenpolitischer Berater von Ministerpräsident Donald Tusk.

Seit 1990 ist er Vorsitzender des Internationalen Rats des Staatlichen Museums Oświęcim, seit 1995 stellvertretender Präsident und seit 2001 Präsident des polnischen PEN-Clubs sowie Vorsitzender des Rates zum Schutz des Gedenkens an Kampf und Märtyrertum (Rada Ochrony Pamięci Walk i Męczeństwa).

Er veröffentlichte mehr als 40 Bücher und 1200 Artikel in vielen Sprachen. Seine Arbeiten beschäftigen sich vorrangig mit der Thematik des 2. Weltkrieges und des Holocaust, er schreibt auch zu den Beziehungen zwischen Polen, Juden und Deutschen.

Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Preise, u.a. für hervorragende Verdienste zur polnisch-deutschen Versöhnung erhielt er 1986 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Als einer der ersten Polen erhielt er den Titel „Gerechter unter den Völkern“ (1963).

Seit 1991 ist er Ehrenbürger des Staates Israel, Ehrenbürger Warschaus und sechs anderer Städte. 1995 wurde er Ritter des Ordens vom Weißen Adler, das die höchste staatliche Auszeichnung Polens. Den Doktortitel honoris causa verliehen ihm viele europäische Universitäten. 1996 wurde ihm der Heinrich-Brauns-Preis in Essen und der Heinrich-Heine-Preis in Düsseldorf verliehen. 1997 erhielt er das Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, 2002 den Eugen-Kogon-Preis. 2007 erhielt er vom slowakischen Präsidenten in Bratislava den Internationalen Adalbert Preis.

 

Bożena Górczyńska-Przybyłowicz

Jhg. 1951, Studium der Geschichte an der Pädagogischen Hochschule Słupsk und der Universität Poznań, MA (Po­sen 1975), Dr. phil. (Posen 1984, Die Wirtschaftspolitik in den polnischen Gebie­ten, die Ostpreußen zugeschlagen wurden, polnisch), Habilitation (Posen 2000 Die Außenhandelspolitik des Dritten Reiches gegenüber den ostmitteleuropäi­schen Staaten, polnisch), seit Mai 2003 Professorin für Neueste und Wirtschafts­geschichte an der Universität Posen.

 

Alfred Grosser

Besondere Annerkennung brachte ihm seine Arbeit für die deutsch-französische Verständigung und Zusammenarbeit nach dem 2. Weltkrieg.

Geboren 1925 in Frankfurt am Main. Aufgrund der nationalsozialistischen Judenverfolgung musste er 1933 mit seiner Familie aus Deutschland nach Frankreich emigrieren. 1937 erhielt er die französische Staatsbürgerschaft. In Frankreich studierte er zunächst Germanistik, wendete sich dann jedoch der Politikwissenschaft zu.

Seit 1956 Professor für Politologie am Institut der politischen Studien in Paris, derzeit emeritiert. Von 1956 – 1992 Direktor der wissenschaftlichen Studien in der französischen Nationalstiftung der Politikwissenschaften („Fondation Nationale des Sciences Politique). Er lehrte auch an der Technischen Hochschule (Ecole polytechnique) und an der Höheren Handelsschule (l'École des hautes études commerciales). Er war auch Gastprofessor an der Stanford University, der John Hopkins University in den USA und an Universitäten in Peking, Tokio und Singapur. Von 1970 – 1973 stellvertretender Vorsitzender der Internationalen Gesellschaft für Politikwissenschaften. Autor zahlreicher Publikationen. Ständiger Mitarbeiter und Kommentator der Tageszeitungen „Le Monde” (1965 - 1994),  „La Croix“ sowie „Ouest France“.

 Erhielt viele Preise und Auszeichnungen, darunter den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 1975 als „Mittler zwischen Franzosen und Deutschen, Ungläubigen und Gläubigen, Europäern und Menschen anderer Kontinente“. 1998 erhielt er den „Grand Prix” der französischen Akademie der Human- und Politikwissenschaften (Grand Prix de l’Académie des Sciences morales et politiques) in Paris. Großer Offizier der französischen Ehrenlegion, ebenso ausgezeichnet mit dem Großen Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

 

Bernd Martin

Jhg. 1940, Studium der Geschichte, Anglistik und Politik an den Universitäten Marburg, Berlin (West), Durham, Staatsexamen (Marburg 1967), Dr. phil. (Marburg 1967, Deutschland und Japan im Zweiten Weltkrieg), Habilita­tion (Freiburg 1972, Friedensinitiativen und Machtpolitik im Zweiten Weltkrieg), seit April 1976 Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Freiburg i. Brsg. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Zeitgeschichte Ostasiens, Deutschlands und Polens u.a.: Japan and Germanv in the Modem World 1995, Der Warschauer Aufstand 1944, 1999 – auch polnisch, Masuren – Mythos und Geschichte 2003, auch polnische Ausgabe. Gastprofessuren in Harvard (1976), Taipei (1976/77), Oxford (1982), Peking (1988), Bern (1989/90), Chiang Mai (1992), Poznan (1998, 2008), Jerusalem (2008/9). Verdienstorden der Republik Polen 1999.

 

Prof. Jan Rydel

geb. 1959 in Krakau, studierte Geschichte an der Jagiellonischen Universität, wo er 1981 direkt nach dem Studium eingestellt wurde und bis heute tätig ist. Nach einem längeren Stipendienaufenthalt in Wien promovierte er 1987 zum Thema Polen in der k. und k. Armee. Sein Buch Polnischer Soldat im Dienst des Kaisers und Königs. Die Generäle und Admiräle polnischer Nationalität in den Streitkräften Österreich-Ungarns. 1867 – 1918 erschien 2000 in Krakau in polnischer Sprache. Die Geschichte der Habsburgermonarchie und Galiziens bilden einen der Schwerpunkte in seiner Forschung. 1990-1991 war er Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung. In deutschen, britischen und polnischen Archiven forschte er zum Thema Polen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges im besetzten Deutschland (insbesondere in Niedersachsen). Die Ergebnisse dieser Forschungen wurden in der Monographie Die polnische Besatzung im Emsland 1945-1948 (dt. Ausgabe: Osnabrück 2003) veröffentlicht, mit der er sich 2001 an der Jagiellonischen Universität habilitierte. Seit dieser Zeit wurden die Geschichte der sog. displaced persons und die Geschichte Deutschlands in der Nachkriegszeit zu einem weiteren Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Untersuchungen. Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagierte er sich ehrenamtlich für die deutsch-polnische Versöhnung u. a. als Stiftungsratsvorsitzender der Stiftung Kreisau für die europäische Verständigung. Seit 1992 ist er Vorsitzender bzw. Vorstandsmitglied des Polnisch-Deutschen Zentrums e.V. in Krakau. Mit-Herausgeber und –Autor des Handbuches Najnowsza historia świata 1945-1997 [Die neueste Weltgeschichte] in 3 Bänden. 2001-2005 war er als erster Botschaftsrat und Kulturattaché in der Botschaft der Republik Polen in Berlin tätig. 2006 wurde er zum Professor der neugegründeten Staatlichen Fachhochschule in Oświęcim (Auschwitz) ernannt. Seinen neuen Forschungsschwerpunkt bilden die deutsche und die polnische Geschichtspolitik im 20. Jahrhundert. 2008 wurde er zum Vorstandsmitglied der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung und zum Professor der Jagiellonischen Universität ernannt.

 

Arkadiusz Stempin

 

Jhg. 1964, Studium der Geschichte an der Jagiellonen Uni­versität Krakau (MA 1992), Germanistik und Geschichte an der Universität Frei­burg (1997), Dr. phil. (2003 Freiburg, Die Anfänge des deutsch-polnischen Aussöhnungsprozesses. Das Maximilian-Kolbe-Werk), Habilitation (2008 Freiburg, Die deutsche Besatzlingspolitik in den Jahren 1915- 191S in Kongresspolen).

 

Dr Frank M. Schuster

geb. 1971 in Bukarest/Rumänien, ist Osteuropahistoriker, Literatur- und Kulturwissenschaftler. Zur Zeit ist er Dozent an den Universitäten Lodz und Heidelberg, Neben seiner Forschungen zum Ersten Weltkrieg und zum osteuropäischen Judentum, richtet sich sein Interesse vor allem auf die Phänomene Multikulturalität und Erinnerung bzw. Gedächtnis in Mittel- und Osteuropa im 19. und 20. Jahrhundert. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt betrifft den Zusammenhang zuwischen Geschichte, Literatur und Medien insbesonder Fotografie und Film.  

 

Dr Heinrich Schwendemann

geb. 1956. Studium der Fächer Geschichte und Germanistik an der Universität Freiburg. 1991 Promotion über das Thema „Die deutsch-sowjetischen Wirtschaftsbeziehungen während der Zeit des Hitler-Stalin-Paktes 1939-1941“. Seit 1991 Lehrtätigkeit am Historischen Seminar der Universität Freiburg im Bereich der Neueren und Neuesten Geschichte. Einer der Schwerpunkte der Lehrtätigkeit bezieht sich auf die deutsch-polnischen Beziehungen vom 18. Jahrhundert bis heute. Die Seminare wurden immer mit studentischen Exkursionen nach Polen verbunden.  
Ein jahrelanger Forschungsschwerpunkt mit einer Reihe von Veröffentlichungen betrifft die Endphase des zweiten Weltkrieges im Osten. Weitere Forschungen und Publikationen zu Albert Speer, zur nationalsozialistischen Herrschaftsarchitektur und zur Geschichte des Posener Schlosses. Wissenschaftliche Beratertätigkeit für Fernsehdokumentationen zur Endphase des zweiten Weltkrieges und zum Schloß in Posen.

 

Rita Sussmuth

wurde 1937 in Wuppertal geboren. Sie studierte Romanistik und Geschichte an den Universitäten Münster (hier erhielt sie 1964 den Doktortitel), Tübingen und Paris sowie Erziehungswissenschaften, Soziologie und Psychologie. Sie arbeitete wissenschaftlich als Pädagogin, war Professorin an zwei Universitäten (Bochum und Dortmund), Direktorin des Instituts „Frau und Gesellschaft“ in Hannover. Sie erhielt den Titel doctor honoris causa von zahlreichen Universitäten, u.a. der Universitäten Bochum, Veliko Trnowo, Baltimore und Ben Gurion Beer Sheva. Von 1971 bis 1985 war sie Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats für Familie des Bundesministeriums für Jugend, Familie und Gesundheit.
Ihre politische Karriere begann 1981, als sie der Christlich Demokratischen Union (CDU) beitrat. Sie war Vorsitzende der Kommission für Familienpolitik der CDU. Von 1985 bis 1988 hatte sie das Amt der Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit (ab 1986 – auch: Frauen) in der Regierung Helmut Kohl inne. Im Bundestag saß sie von 1987 bis 2002, 10 Jahre lang (von November 1988 – Oktober 1998) war sie Bundestagsvorsitzende bis zur Regierungsübernahme der Sozialdemokraten (SPD).

Sie war Mitglied verschiedener Präsidien, Räte und Kuratorien, z.B. der Bertelsmann-Stiftung, dem Shimon Peres Center for Peace, von CARE Deutschland e.V., der Deutschen Aids-Stiftung, der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung GmbH und von Europa Dialog e.V.

Professorin Rita Süssmuth nimmt weiterhin aktiv am politischen Leben in Deutschland teil. Sie interessierte sich immer stark für die Rolle der Frau in der deutschen Gesellschaft. Sie ist eine redliche Anwältin für Frau und Familie. Sie engagiert sich auch in religiösen und kirchlichen Fragen. In den Jahren 1980-1985 war sie Vorsitzende des Familienbundes der Deutschen Katholiken und Mitglied des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken. Von 1986 bis 2002 war sie Vorsitzende der Frauenunion (Frauenorganisation der CDU).

Jugend und Bildung bilden ein wichtiges Tätigkeitsfeld von Rita Süssmuth. Seit April 1988 ist sie Präsidentin des Deutschen Volkshochschul-Verbandes und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Seit 2005 ist sie Präsidentin der privaten SRH Hochschule in Berlin.

Ein wesentliches Betätigungsfeld von Frau Süssmuth sind Studien zur Migration und Arbeit an der Integration von Immigranten und ethnischen Minderheiten in die Gesellschaft. Seit 2000 bekleidet sie Funktionen in zahlreichen Institutionen, die Migrantenarbeit leisten: sie stand der „Unabhängigen Kommission Zuwanderung“ und dem Unabhängigen Sachverständigenrat für Zuwanderung und Integration, der von der deutschen Regierung einberufen wurde, vor; sie beteiligte sich an der Arbeit der Global Commission on International Migration (UNO), hatte den Vorsitz über die von der EU-Kommission einberufene hochrangige Expertengruppe für die volle Integration von ethnischen Minderheiten in Gesellschaft und Arbeitsmarkt inne.

Außenpolitik spielte schon immer eine wichtige Rolle für Rita Süssmuth. Sie saß in der deutschen parlamentarischen Delegation des Europarats und war Mitglied der Außenpolitischen Kommission des Bundestages. Sie war stellvertretende Vorsitzende der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) (2000-2003).
Sie wirkte auch für die deutsch-polnische Aussöhnung. Auf ihre Initiative fasste der Bundestag zusammen mit der letzten demokratisch gewählten Regierung der DDR die Resolution zur endgültigen Bestätigung der polnischen Westgrenze an Oder und Lausitzer Neiße durch das sich vereinigende Deutschland. Rita Süssmuth ist auch Vorsitzende des Kuratoriums des Bundesverbandes der Deutsch-Polnischen Gesellschaften, das die Verbandstätigkeit überwacht.
2003 wurde sie mit dem Verdienstorden der Republik Polen, dem Komturkreuz mit Stern ausgezeichnet.
Seit Dezember 2005 ist sie Präsidentin des Deutschen Polen-Institutes.

Contact

Tischner European University
ul. Westerplatte 11, 31-033 Kraków
Poland
tel.: (+48 12) 683 24 00
e-mail: